Die in der Natur oft gemeinsam auftretenden Minerale Fluorit und Baryt bilden nicht nur vielgestaltige und formschöne Kristallstufen sondern stellen auch wirtschaftlich wichtige Rohstoffe für die Industrie dar.
Fluorit - wegen seiner vielfältigen Färbungen auch als "Mineral des Regensbogens" bezeichnet - dient seit der frühen Neuzeit insbesondere bei der Verhüttung von Kupfererzen als Flußmittel, daher auch der deutsche Name Flußspat. Heute bildet dieses Industriemineral außerdem die Basis der modernen Fluorchemie, deren Spektrum von der fluorhaltigen Zahncreme bis zu den als "Ozonkillern" berüchtigten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) reicht.
Der wegen seiner hohen Dichte auch als Schwerspat bezeichnete Baryt findet Verwendung als Füllstoff bei der Papier- und Kunststoffherstellung und als hochwertiges weißes Farbpigment. Außerdem wird das Bariummineral in der Medizin als Rötgenkontrastmittel und in der Reaktortechnik als Strahlenschutzmaterial verwendet.
Der Harz ist wie kaum ein anderes europäisches Gebirge außerordentlich reich an gangförmigen Vorkommen beider Minerale. Bei Straßberg und Rottleberode im Unterharz ging bis 1990 ein intensiver Flußspatbergbau um. Im Südwestharz gab es bedeutende Lagerstätten von sehr hochwertigem weißen Baryt, der bis 2006 auf der Grube Wolkenhügel bei Bad Lauterberg abgebaut wurde.
Vorgestellt werden verschiedenartige Ausbildungsformen, mineralogische Eigenschaften und Besonderheiten beider Minerale. Einen Schwerpunkt stellen die Paragenesen und Bildungsbedingungen der Harzer und anderer klassischer europäischer Vorkommen dar. Außerdem werden die montanwirtschaftlichen Aspekte der Industriemineralgewinnung betrachtet.