Calcit

Harzer Mineralienseminar


Themen des 27. Harzer Mineralienseminars

Zur Mineralogie und Lagerstättenkunde der Industrieminerale Fluorit und Baryt im Harz und anderswo

Dr. W. Ließmann

Die in der Natur oft gemeinsam auftretenden Minerale Fluorit und Baryt bilden nicht nur vielgestaltige und formschöne Kristallstufen sondern stellen auch wirtschaftlich wichtige Rohstoffe für die Industrie dar.

Fluorit - wegen seiner vielfältigen Färbungen auch als "Mineral des Regensbogens" bezeichnet - dient seit der frühen Neuzeit insbesondere bei der Verhüttung von Kupfererzen als Flußmittel, daher auch der deutsche Name Flußspat. Heute bildet dieses Industriemineral außerdem die Basis der modernen Fluorchemie, deren Spektrum von der fluorhaltigen Zahncreme bis zu den als "Ozonkillern" berüchtigten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) reicht.

Der wegen seiner hohen Dichte auch als Schwerspat bezeichnete Baryt findet Verwendung als Füllstoff bei der Papier- und Kunststoffherstellung und als hochwertiges weißes Farbpigment. Außerdem wird das Bariummineral in der Medizin als Rötgenkontrastmittel und in der Reaktortechnik als Strahlenschutzmaterial verwendet.

Der Harz ist wie kaum ein anderes europäisches Gebirge außerordentlich reich an gangförmigen Vorkommen beider Minerale. Bei Straßberg und Rottleberode im Unterharz ging bis 1990 ein intensiver Flußspatbergbau um. Im Südwestharz gab es bedeutende Lagerstätten von sehr hochwertigem weißen Baryt, der bis 2006 auf der Grube Wolkenhügel bei Bad Lauterberg abgebaut wurde.

Vorgestellt werden verschiedenartige Ausbildungsformen, mineralogische Eigenschaften und Besonderheiten beider Minerale. Einen Schwerpunkt stellen die Paragenesen und Bildungsbedingungen der Harzer und anderer klassischer europäischer Vorkommen dar. Außerdem werden die montanwirtschaftlichen Aspekte der Industriemineralgewinnung betrachtet.

Themen

  1. Zur Mineralogie und Lagerstättenkunde von Fluorit und Baryt am Beispiel des Harzes.
  2. Einführung in die Gesteinsmetamorphose
  3. Mineralneubildungen bei hohen Temperaturen der Gabbro bei Bad Harzburg
  4. Kristallographie und Morphologie insbesondere von metamorphen Mineralen
  5. Mineralbestimmung nach äußeren Kennzeichen
  6. Vom Schlamm zum Edelstein - Paragenesen metamorpher Gesteine
  7. Einfache chemische Methoden der Mineralbestimmung
  8. Gesteinsmetamorphose im Labor
  9. Mit Barometer und Thermometer der Bildungsgeschichte von Gesteinen auf der Spur
  10. Sonderführung durch die Geosammlung der TU Clausthal
  11. Ganztägige Busexkursion im Harz mit Möglichkeit zum Sammeln im Steinbruch am Freitagnachmittag
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Institut für Endlagerforschung der TU Clausthal.